Schwerstes Bergbau bedingtes Beben im Saarland

Am Samstag, 23. Februar 2008, um 17.31 Uhr ereignete sich das schwerste Bergbau bedingte Beben im Saarland. Saarwellingen war der Schwerpunkt der Erschütterungen. Die Erdbebenwarte in Freiburg verzeichnete den Wert von 4,0 auf der nach oben offenen Richterskala. Die höchste Schwinggeschwindigkeit wurde mit 93,5 mm/sec im Ortsteil Saarwellingen gemessen.  

Die Landesregierung hat am Samstag einen vorläufigen, unbefristeten Abbaustopp für das Bergwerk Saar angeordnet, weil erstmals eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bestanden habe.

Durch das Mega-Beben entstanden große Risse in Hauswänden, Schornsteine zerbrachen und stürzten teilweise vom Dach, zerstörte Dachziegel fielen auf die Gehwege. Zum Glück kamen Menschen körperlich nicht zu Schaden.

Folgende Hotline wurde für Schadensmeldungen eingerichtet:  

Schadenszentrum der RAG, Tel. (08 00) 1 01 02 04

E-Mail: servicecenter-saar(at)dsk.de  

Schäden können auch während der Dienstzeiten des Rathauses beim Bauamt der Gemeinde Saarwellingen unter Tel. 9007-138 gemeldet werden.

Zerstörter Kirchturm
Herabgestürzte Steine
auf der Kirchentreppe

Kirchturm der St. Blasius-Kirche stark beschädigt

Durch das Mega-Beben am Samstag, 23.02.2008, wurde die Pfarrkirche St. Blasius in Saarwellingen stark in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem vorderen Giebel des Kirchturms sind etliche Steine herausgebrochen und auf die Kirchentreppe gestürzt. Die Seitengiebel des Turms haben sich gelockert. Im Inneren der Kirche sind nach den vorausgegangenen Beben nun weitere Risse entstanden.

Als die Steinlawine herunterbrach, hielten sich zum Glück keine Menschen in der unmittelbaren Nähe der Kirche auf. Noch um 15.15 Uhr hatten rund 30 Kinder die Kirche nach einer Bibelstunde verlassen. Der Hausmeister der Kirche hatte knapp eine halbe Stunde vor dem Beben die Treppe gereinigt.

Gleich nach dem Beben sicherte die alarmierte Saarwellinger Feuerwehr die Umgebung der Kirche.

Mehrere Hundert geschockte Menschen versammlten sich zu einer spontanen Demonstration vor der Kirche. Fassungslos und wütend forderten sie den entgültigen Abbaustopp in der Primsmulde Süd. Nach dem Mega-Beben hatte die Landesregierung einen sofortigen Abbaustopp verfügt. Ministerpräsident Peter Müller war am Abend nach Saarwellingen gekommen, um sich ein Bild über das Ausmaß der Schäden zu machen, aber auch, um mit den Betroffenen vor Ort zu sprechen.

Kran an der Kirche
Arbeiten am Turm

 

Zusatzinfos

Informationen zum Bergbau:

- Saarbrücker Zeitung

- Saarland-Online

- IGAB Saar

Stabsstelle zur Vermittlung in bergbaubedingten Konflikten im Saarländischen Minsiterium
für Wirtschaft und Wissenschaft (SVB)

E-Mail schreiben