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Workshops Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten der Gemeinde Saarwellingen

Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass auch die Gemeinde Saarwellingen immer öfter von Hochwasser und Starkregenfolgen betroffen ist. Daher rufen wir zur regen Teilnahme an den Workshops auf – denn Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht!

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

die Gemeinde Saarwellingen erarbeitet gegenwärtig ein kommunales Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept. In diesem Konzept werden sowohl die Risiken durch Hochwasser, als auch durch Starkregen/Sturzfluten betrachtet.

Vorrangiges Ziel dieses Konzeptes ist es, die Eigenvorsorge der Kommune und der Betroffenen zu verbessern. In Abhängigkeit der örtlichen Randbedingungen werden bei der Erstellung des Konzepts angepasste Vorsorgemaßnahmen zusammengestellt und umgesetzt.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist dabei die Beteiligung der BürgerInnen bzw. der von Schäden Betroffenen. In unseren Workshops möchten wir die bisherigen Ergebnisse vorstellen und mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Hierzu laden wir Sie zu folgenden Terminen in den Ortsteilen ein:

Workshop für den Ortsteil Reisbach

Donnerstag, dem 02. Juni 2022, um 18:30 Uhr in der Lohwieshalle, Reisbach

Workshop für den Ortsteil Saarwellingen

Montag, dem 13. Juni 2022, um 19:00 Uhr im Alten Rathaus, Saarwellingen

Workshop für den Ortsteil Schwarzenholz

Montag, dem 27. Juni, um 18:30 Uhr in der Schulze Kathrin Halle, Schwarzenholz

 

Weitere Informationen zum Thema Hochwasser- und Starkregen in der Gemeinde Saarwellingen:

Neben Hochwasser durch die Gewässer Ellbach und Lohbach sind Starkniederschläge eine weitere Gefahrenquelle. Sie treten vor allem in Form von Sturzfluten in den Sommermonaten auf und stellen oftmals eine Gefahr für Leib und Leben dar. Die Klimaforschung ist sich sicher, dass Ereignisse dieser Art in Zukunft zunehmen werden. An derartige Starkniederschläge, mit Betroffenheiten an vielen Orten in der Gemeinde, erinnern sich sicher viele Bürgerinnen und Bürger.
Anders als bei einem Hochwasser bleibt nur wenig oder keine Zeit sich darauf vorzubereiten, da Ort und Zeitpunkt eines Starkregens kaum vorherzusagen sind. Während beispielsweise der Ortsteil Reisbach mit den Fluten kämpft, regnet es im Ortsteil Schwarzenholz nur wenig.
Aufgrund der enormen Wassermassen ist es in den wenigsten Fällen möglich, Überflutungen komplett zu verhindern. Ziel muss es daher sein, die Gefahr für Leib und Leben und das Risiko materieller Schäden so weit wie möglich zu verringern. Neben den bau- und stadtplanerischen Maßnahmen spielt die Eigenvorsorge eine entscheidende Rolle. Wer ein Haus besitzt, ist hierzu sogar rechtlich verpflichtet und muss sich baulich gegen eindringendes Wasser schützen.
Um den Gefahren gegen Hochwasser und Starkregen entgegenzuwirken, entwickelt die Gemeindeverwaltung unter der Federführung des Bauamtes und weiteren Beteiligten ein örtliches Vorsorgekonzept.
Ziel des Vorsorgekonzepts den Aufgabenbereich der Katastrophenvorsorge ist es, Verwaltung, Rettungskräfte, Bürger und Gewerbebetriebe zum Thema Starkregen zu sensibilisieren und die gefährdeten Bereiche aufzuzeigen.
Die Arbeiten an dem Vorsorgekonzept sind Ende 2020 gestartet und werden durch das Ingenieurbüro Schweitzer GmbH -Saarbrücken/Saarwellingen in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten erstellt. Das Vorsorgekonzept wird durch das Saarland mit 90 % gefördert. In der Folge sollen in den nächsten Jahren die in dem Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.
Im vergangenen Jahr wurden die bereits bestehenden Hochwasserkarten des Ellbachs ausgewertet und neue Hochwasserkarten für den Lohbach gefertigt. Darüber hinaus fanden örtliche Erkundungen in allen Ortsteilen statt. Bei den Begehungen wurden kritische Bereiche besichtigt, die immer wieder von Überflu-tungen bei Hochwasser und/oder Starkregen betroffen sind oder die aufgrund der Modellierung der Starkregengefahrenkarten ermittelt wurden.
Zusätzlich zu den Hochwasserkarten der Gewässer werden aktuell für das gesamte Gemeindegebiet Starkregengefahrenkarten mit einem hochauflösenden Computermodell erstellt. Mithilfe dieser Karten kann festgestellt werden, in welchen Bereichen es bei Sturzfluten zu Gefahren für Personen und zu Schäden kommen kann. Ein großer Vorteil dieser Karten besteht darin, dass die Gefahr auch in den Ortsteilen abgeschätzt werden kann, in welchen bisher keine Starkregen aufgetreten sind.
Die örtlichen Erkundungen wurden von Mitarbeitern des Ingenieurbüros in Abstimmung mit Gemeindeverwaltung und Feuerwehr wahrgenommen. Parallel wurden Fachgespräche mit den zuständigen Stellen der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes, den Trägern der öffentlichen Infrastruktur sowie Vertretern der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft geführt.
Hochwasser- und Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe! Sie kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger aktiv ihre Erfahrungen, Problempunkte und auch Vorschläge in die Erstellung des örtlichen Vorsorgekonzepts einbringen.
Zum Projektstart für die Öffentlichkeit fand am 19.05.2022 zunächst eine Auftaktveranstaltung statt. Ab Juni 2022 gibt es Bürgerworkshops in allen drei Ortsteilen, bei denen die Starkregengefahrenkarten und Hochwasserkarten konkret vorgestellt werden. Die TeilnehmerInnen können sich über die bereits vorgesehenen Maßnahmen informieren und weitere Anregungen, Problemstellen und Vorschläge aktiv einbringen.
Im Rahmen einer Defizitanalyse wird nach den Bürgerworkshops zunächst die Gefährdung und das Risiko in den festgestellten kritischen Bereichen für jeden Ortsteil qualitativ bewertet. Darauf basierend wird festgelegt, ob Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen zur Schadens- und Risikominderung notwendig und empfehlenswert sind.
Auf Basis dieser umfangreichen Informationen wird ein Entwurf des Vorsorgekonzepts ausgearbeitet. Die Vorstellung des Konzepts und die detaillierte Erläuterung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen, ist Gegenstand einer zweiten Serie von Bürgerversammlungen in den Ortsteilen im Herbst dieses Jahres.
Die Ergebnisse aller bisherigen Arbeiten werden abschließend zusammengetragen und dem Gemeinderat vorgestellt. Dieser entscheidet, welche Maßnahmen mit welcher Priorität und Zeitraum umgesetzt werden sollen. Der Abschluss aller Arbeiten ist für Ende 2022 vorgesehen. Dann werden auch die Starkregengefahrenkarten veröffentlicht.