Neubau Festhalle - Das Bautagebuch
Von der Geschichte der Festhalle bis zum Neubau: Hier begleiten wir die Entstehung Schritt für Schritt.
Mit dem Neubau der Festhalle entsteht mitten im Herzen unserer Gemeinde ein modernes Gebäude für Kultur, Veranstaltungen, Vereine und vor allem für Saarwellingen.
Auf dieser Seite werfen wir zunächst einen Blick auf die Geschichte und Entwicklung der Festhalle und zeigen, wie sich der Standort über die Jahrzehnte verändert hat. Anschließend begleiten wir im Bautagebuch den Neubau – von der Idee, über den Abriss der alten Festhalle, hin zu den ersten Arbeiten auf dem Baufeld bis zur Fertigstellung.
Die einzelnen Einträge werden fortlaufend ergänzt und zeigen, was sich auf der Baustelle tut, welche Arbeiten als Nächstes anstehen und welche Meilensteine erreicht werden.


Nach Jahren der Planung, Überarbeitung und Vorbereitung beginnt nun die Umsetzung.
Am 28. August 2026 starteten die ersten Arbeiten für den Neubau der Festhalle. Zunächst wurde das Baufeld vermessen und die genaue Lage des geplanten Gebäudes auf dem Grundstück festgelegt. Dazu wurden Vermessungspunkte gesetzt und der Grundriss der künftigen Festhalle auf dem Baugelände abgesteckt. So ist genau festgelegt, wo das neue Gebäude entstehen wird.
Anschließend stand die Untersuchung des Baugrunds auf mögliche Kampfmittel im Mittelpunkt. Gerade bei Bauarbeiten in Bereichen, die bereits während der Weltkriege bebaut oder genutzt wurden, muss geprüft werden, ob sich noch nicht entdeckte Kampfmittel im Erdreich befinden.
Dafür wurden an zahlreichen Stellen auf dem Baufeld Bohrungen in den Untergrund eingebracht. Durch diese Bohrungen konnten Sondierungspunkte geschaffen werden, an denen anschließend mit speziellen Sonden der Untergrund auf mögliche metallische bzw. kampfmitteltypische Auffälligkeiten untersucht wurde. Die großen Bohrstangen, die dabei auf der Baustelle zu sehen waren, dienten also nicht dazu, den Boden für das Gebäude selbst vorzubereiten, sondern waren Teil der vorbereitenden Kampfmittelsondierung.
Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen und die entsprechenden Bereiche als kampfmittelfrei bewertet sind, können die weiteren Erd- und Gründungsarbeiten sicher durchgeführt werden.
Was über viele Jahre auf Plänen, in Sitzungen und in zahlreichen Abstimmungen vorbereitet wurde, wird nun Schritt für Schritt Realität. In den kommenden rund zwei Jahren wird hier ein neues Gebäude entstehen, das künftig wieder zahlreiche Menschen zusammenbringen soll.
Und genau hier beginnt unser Bautagebuch: Wir begleiten den Baufortschritt von den ersten Arbeiten auf dem Baufeld bis zur Fertigstellung der neuen Festhalle und halten die wichtigsten Schritte, Meilensteine und Entwicklungen fest.
Aus Plänen wird Realität – und Saarwellingen kann dabei zusehen, wie seine neue Festhalle wächst.
Nach der zwischenzeitlichen Unterbrechung wurde die Planung weiter vorangetrieben. Die vergangenen Jahre waren von zahlreichen Abstimmungen, Überarbeitungen und Prüfungen geprägt. Gleichzeitig mussten die finanziellen Voraussetzungen für ein Projekt dieser Größenordnung geschaffen werden.
Auch Fördermöglichkeiten spielten dabei eine wichtige Rolle. Die notwendigen Genehmigungs- und Abstimmungsverfahren wurden weitergeführt und die Planungen Schritt für Schritt konkretisiert.
Damit rückte der Neubau wieder näher. Aus der ursprünglichen Idee entwickelte sich ein überarbeiteter und an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasster Plan. Das Projekt blieb dabei seinem grundlegenden Ziel treu: In zentraler Lage sollte ein moderner Ort für Kultur, Veranstaltungen, Vereine und Begegnung entstehen.
Angesichts der stark gestiegenen Baukosten wurde die damalige Ausschreibung aufgehoben. Der Neubau konnte unter den damaligen Rahmenbedingungen zunächst nicht umgesetzt werden.
Doch das Projekt sollte nicht einfach auf Eis gelegt werden. Der damalige Bürgermeister Manfred Schwinn setzte sich gemeinsam mit den politischen Fraktionen, dem Bauamt und den beteiligten Planungsbüros dafür ein, nach Lösungen für die schwierige Situation zu suchen. Im Mittelpunkt standen dabei mögliche Einsparungen und die Frage, wie der Neubau trotz der veränderten Rahmenbedingungen doch noch realisiert werden konnte.
In seiner damaligen Information an die Bürgerinnen und Bürger machte Schwinn deutlich, dass die Gemeinde weiterhin an einer Lösung arbeitete und eine erneute Ausschreibung anstrebte, sobald sich die Situation im Bausektor wieder entspannen sollte. Damit begann eine wichtige Phase der Überarbeitung und Neuorientierung.
Für die Gemeinde war klar: Das Ziel einer neuen Festhalle sollte erhalten bleiben. Der Weg dorthin musste jedoch an die veränderten finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Der zwischenzeitliche Stopp wurde damit nicht zum endgültigen Aus für das Projekt, sondern zum Ausgangspunkt für einen neuen Anlauf.
Der Weg zum Neubau verlief allerdings nicht so geradlinig wie zunächst erhofft. Die Energie- und Rohstoffkrise führte zu erheblichen Preissteigerungen im Bausektor. Eine im Mai 2021 erstellte Kostenberechnung für den Rohbau lag noch bei rund 2,6 Millionen Euro. Im Juli 2022 wurde aufgrund der veränderten Marktlage bereits mit rund 3,3 Millionen Euro gerechnet.
Die anschließende Ausschreibung zeigte jedoch eine noch deutlichere Entwicklung: Für den Rohbau gingen lediglich zwei Angebote ein. Das günstigste Angebot lag bei rund 5,9 Millionen Euro – und damit deutlich über der bisherigen Kostenprognose.
Eine solche Entwicklung war für die Gemeinde finanziell nicht verantwortbar. Hinzu kam die Sorge, dass sich die hohen Preissteigerungen auch bei den noch ausstehenden Gewerken fortsetzen würden. Die Folge wäre eine massive Überschreitung des ursprünglichen Kostenrahmens gewesen.
Bevor etwas Neues entstehen konnte, musste zunächst Platz geschaffen werden. Nach vielen Jahren als Veranstaltungsort verabschiedete sich Saarwellingen von der alten Festhalle mit einer großen "Abriss-Party". Bürgerinnen und Bürger, Vereine und politische Gremien hatten noch einmal Gelegenheit, Abschied von dem traditionsreichen Gebäude zu nehmen.
Ab Juni 2022 wurde die alte Festhalle schließlich abgerissen. Damit verschwand zwar ein bekanntes Stück Saarwellinger Ortsgeschichte, gleichzeitig wurde damit der Weg für das neue Gebäude frei.
Bei den Abrissarbeiten wurde auch darauf geachtet, Materialien möglichst weiterzuverwenden. Nachhaltigkeit spielte bereits bei der Vorbereitung des Abrisses eine Rolle: Was noch sinnvoll genutzt werden konnte, sollte nicht einfach entsorgt werden. So sollte zumindest ein Teil der alten Festhalle auch im neuen Kapitel des Areals weiterleben. Ein kleines Beispiel dafür findet sich bei der Karnevalsgesellschaft Gold-Blaue Funken Saarwellingen e.V.: In ihrem Sessionsorden 2022/23 integrierte sie ein Stück des Tanzparketts der alten Halle. Das Motto dazu lautete: „Die Feschdhall ist Geschicht, 'ne neue nicht in Sicht! Uns Narren sind geblieben: Bühnenbretter, die wir lieben!“
Mit der Vorentwurfsplanung im Januar 2021 wurde das Konzept weiter konkretisiert. Die Planungen sahen eine Festhalle vor, die sich städtebaulich in die Ortsmitte einfügt und gleichzeitig vielseitig nutzbar ist.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einbindung in das historische Umfeld rund um Rathaus und Schloss. Der Baukörper sollte gegliedert werden, damit er sich in die eher kleinteilige Bebauung der Ortsmitte einfügt. Der hintere Veranstaltungskomplex war zweigeschossig geplant, während das Bistro als eingeschossiger Gebäudeteil vorgesehen wurde. Diese unterschiedliche Höhenstaffelung sollte den Baukörper zusätzlich gliedern und seine Einfügung in das Ortsbild unterstützen. Drei aufgesetzte Dächer sollten dabei die wichtigsten Bereiche des Gebäudes sichtbar hervorheben. Auch Materialien wie Naturstein und eine anthrazitfarbene Dacheindeckung sollten Bezüge zum bestehenden Ortsbild herstellen.
Geplant wurden unter anderem ein großer Veranstaltungssaal mit einem zweiten Stockwerk für Technik, Backstage-Bereich etc., ein großzügiges Foyer, ein Konferenzbereich und ein Bistro. Der rund 560 Quadratmeter große Saal sollte je nach Veranstaltungsart unterschiedlich bestuhlt werden können – von rund 450 Plätzen bei einer Fastnachtsbestuhlung bis hin zu 668 Plätzen bei einer Bestuhlung in Stuhlreihen. Auch die Bühne sollte flexibel nutzbar und bei Bedarf vergrößerbar sein.
Damit war das Ziel klar: Die neue Festhalle sollte nicht nur Ersatz für das bisherige Gebäude sein, sondern ein modernes und vielseitig nutzbares Haus für Veranstaltungen, Kultur, Vereine und Begegnung werden.
Die Idee für eine neue Festhalle ist nicht neu. Schon lange keimten die ersten Überlegungen für einen Neubau. 2014 wurde das Vorhaben erstmals konkreter im Rahmen eines Planverfahrens, bei dem wichtige städtebauliche Grundlagen für die Entwicklung des Areals in der Ortsmitte geschaffen wurden.
Dabei ging es von Anfang an nicht nur um ein neues Veranstaltungsgebäude. Die Festhalle sollte sich selbstverständlich in die gewachsene Ortsmitte einfügen und gleichzeitig neue Impulse für das Umfeld setzen. Die zentrale Lage zwischen Rathaus/altem Schloss und Ortskern spielte bei den Überlegungen daher eine wichtige Rolle.
Ein wichtiger Schritt folgte 2019: Für die Auswahl des Planungsteams wurde ein förmliches Vergabeverfahren nach der Vergabeverordnung (VgV) durchgeführt. Bei einem solchen Verfahren können öffentliche Auftraggeber Planungsleistungen nicht einfach frei vergeben. Stattdessen werden geeignete Planungsbüros beziehungsweise Planungsteams ausgewählt und ihre Konzepte und Leistungen miteinander verglichen.
Im Rahmen dieses Verfahrens entstand ein erster konzeptioneller Lösungsansatz für die neue Festhalle. Dieser bildete die Grundlage für die weitere Planung und wurde in den folgenden Jahren Schritt für Schritt weiterentwickelt und an die Anforderungen der Gemeinde angepasst.



Vom Stierstall zur Turnhalle mit Schwimmbad
Wo heute die neue Festhalle entsteht, sah es vor mehr als 100 Jahren noch ganz anders aus. Schon vor 1840 befanden sich auf dem heutigen Gelände zwei Gebäude, die Georg Krämer und seiner Frau Elisabeth Blass gehörten. Um 1900 erwarb die damalige Zivilgemeinde die Grundstücke und errichtete dort den Gemeinde-Stierstall sowie das sogenannte Spritzenhaus – das damalige Feuerwehrgerätehaus.
Das ursprüngliche Zuchtviehgebäude hinter der damaligen Schlossschule (dem heutigen Rathaus) wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Ein Wiederaufbau an diesem Standort kam jedoch nicht infrage. Neben den Kriegsschäden sprachen auch hygienische Gründe gegen eine weitere Nutzung: Das Gebäude lag unmittelbar an der Schlossschule und war von den hinteren Klassenräumen aus einsehbar. Auch die mit der Tierhaltung verbundenen Gerüche machten den Standort zunehmend ungeeignet.
In den 1950er Jahren entstand deshalb an der Wilhelmstraße eine neue, großzügig angelegte Turnhalle. Sie diente dem Turnunterricht der Schulen und wurde auch von den örtlichen Vereinen genutzt. Das Gebäude schloss an den Hinterhof der damaligen Schlossschule an und lag direkt neben der hauswirtschaftlichen Berufsschule.
Auch unterhalb der Turnhalle gab es damals einiges zu entdecken: Im Untergeschoss waren die Toilettenanlagen der Schlossschule sowie ein modern eingerichtetes Gemeindebad untergebracht. Die Baukosten für die Turnhalle einschließlich Klosettanlage und Gemeindebad beliefen sich damals auf 28,6 Millionen Francs.
Zeitgleich entstanden in der Wilhelmstraße weitere wichtige Einrichtungen: ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm sowie daneben eine hauswirtschaftliche Berufsschule für die schulentlassenen Mädchen aus Saarwellingen, Schwarzenholz und Reisbach, die keinen handwerklichen Beruf erlernten.
Von der Turnhalle zur Festhalle
Anfang der 1970er Jahre erhielt die Turnhalle schließlich eine neue Bestimmung: Sie wurde zur Festhalle umgebaut. Damit begann die Geschichte jenes Veranstaltungsortes, den Generationen von Saarwellingerinnen und Saarwellingern über fünf Jahrzehnte hinweg kannten.
Die Festhalle wurde zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Saarwellingen. Hier fanden Vereinsveranstaltungen, Feste, kulturelle Veranstaltungen und zahlreiche Begegnungen statt. Über Jahrzehnte war sie ein zentraler Treffpunkt und prägte das Ortsbild ebenso wie das Gemeindeleben.
Doch nach mehr als 50 Jahren als Festhalle zeigte das Gebäude zunehmend sein Alter. Technische Anlagen und Gebäudeteile mussten erneuert oder instandgesetzt werden. Insbesondere die Lüftungsanlage hätte umfassend erneuert werden müssen. Gleichzeitig hatten sich über die Jahre zahlreiche notwendige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten angesammelt.
Damit stand die Gemeinde vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Sollte die bestehende Festhalle mit erheblichem finanziellem Aufwand saniert und technisch auf den aktuellen Stand gebracht werden – oder war ein Neubau langfristig die sinnvollere und nachhaltigere Lösung?
Bei der Abwägung der notwendigen Investitionen und der langfristigen Perspektive fiel die Entscheidung schließlich zugunsten eines Neubaus. Ziel war es, nicht immer wieder in das alte Gebäude investieren zu müssen, sondern eine moderne und zukunftsfähige Festhalle zu schaffen, die den heutigen Anforderungen an Veranstaltungen, Technik, Barrierefreiheit und Energieeffizienz entspricht und gleichzeitig vielseitig nutzbar ist.
Im Juli 2022 endete schließlich die Geschichte der alten Festhalle und machte Platz für etwas Neues. Damit war der Grundstein für ein Projekt gelegt, das Saarwellingen über viele Jahre beschäftigen sollte.























